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Zecken im Rindenmulch

Eingetragen am | 25. November 2009 | 1 Kommentar

RindenmulchDa erreicht mich die Frage, ob man sich mit Rindenmulch Zecken in den Garten holt. Lesen kann man auch dazu, etwa auf Renates Katzenblog oder bei Wildwuchs. Rindenmulch, zumal billiger aus dem Baumarkt, sei teilweise mit ganzen Nestern von Holzböcken verseucht. Was tun? Erstmal: Nicht in Panik geraten!

Rindenmulch soll im Garten nur unter Gehölzen, unter Hecken, Himbeerpflanzungen, Spalierobstreihen gestreut werden. Das Material verbraucht zur Verrottung reichlich Stickstoff, deshalb ist eine zusätzliche Stickstoffdüngung ohnehin ratsam. Bei frisch gepflanzten Gewächsen, Stauden und Sommerblumen wirkt sich Rindenmulch außerdem wegen des hohen Gerbstoffanteils ungünstig aus. Ich persönlich halte nicht so viel von Rindenmulch – er findet allein schon wegen des sauer- stechenden Geruchs in meinem Garten keine Verwendung.

Rindenmulch wird oft nur in sehr schlechter Qualität angeboten – die Säcke stecken voller Abfall, der warm und feucht gelagert eine wahre Brutstätte für allerlei Viecherln und Schwammerln ist. Schon mal einen 70-Liter-Sack für € 1,99 aufgemacht? Das reicht schon so – und was bitte will man denn für diesen Preis erwarten? Da mag man sich wahrlich einen ganzen Zoo, eine schöne Pilzkultur in den Garten holen, die aber gar nicht erwünscht ist. Schimmel ist ja nun auch nicht gerade das, was einem wertvollen Gartenboden gut tut. Deshalb: Anstelle von Rindenmulch auf andere Materialien ausweichen. Laub beispielsweise – steht jedem Gärtner in Hülle und Fülle zur Verfügung. Aber man muss sich im Klaren sein, dass sich auch darin Zecken halten können. Zecken verkriechen sich zum Häuten, in Phasen mit extrem trockener Witterung, im Winter genau dahin. Weil’s dort warm und kuschelig ist. Aber das ist halt nun mal so. Einschleppen kann ich mir die Zecken aber nicht, wenn ich eigenes Laub zum Mulchen verwende.

Als Wegbelag würde ich es statt mit Rindenmulch mal mit Hackschnitzeln versuchen. Beim Holzfachwirt des Vertrauens erworben sollte dies zeckenfrei sein. Oder man nehme gleich ein anorganisches Material wie Kies. Das wird dann wohl kaum von den Zecken als Unterschlupf aufgesucht. Pinienrinde ist keine wahre Alternative – da können auch Zecken drin sein. Um den Garten „zeckenunfreundlich“ zu gestalten, muss man sehr häufig mähen, Sträucher und Stauden ständig zurückschneiden, für guten Luftdurchzug sorgen, nicht mehr gießen. Will man das aber tatsächlich?

Zecken-Bekämpfungs-Mittel halte ich für äußerst bedenklich. Selbst Präparate auf natürlicher Basis, z.B. aus Pyrethrum (einer Margeritenart) hergestellt, bringen die Lebewelt im Garten gehörig durcheinander. Diese Mittel werden als völlig unbedenklich angepriesen, weil ungiftig für Säugetiere. Ja, das stimmt, aber es sind schlicht und ergreifend Gifte. Sie beseitigen nicht nur Zecken, sondern sind für ALLE Kleinlebewesen giftig, auch für Nützlinge. Dem Gifteinsatz entgehen aber stets einige, und genau die, die man eigentlich loshaben wollte, vermehren sich ob der gestörten Verhältnisse jetzt oft extrem. Ganz besonders kritisch wird das, wenn in den Zecken-frei-Präparaten statt Pyrethrum bzw. Pyrethrinen die synthetisch nachgebauten Pyrethroide enthalten sind. Nach meiner Überzeugung haben Gifte im Garten überhaupt nichts zu suchen.

Fazit: Wir werden uns erstmal mit dem Problem „Zecken“ auseinandersetzen müssen. Wir werden diese Tiere nicht so schnell ausmerzen können, immerhin profitieren sie von den Veränderungen, die wir Menschen herbei geführt haben (Klimaerwärmung). Da heißt es, sich selbst anzupassen. Übrigens, nur so am Rande bemerkt, Borreliose kann auch durch Bremsen, wahrscheinlich auch durch Stechmücken und vielleicht auch durch Herbstmilben übertragen werden…

Um den Befall mit Zecken im Garten zu mindern, kann man ein weißes Tuch (z.B. ein altes Bettlaken) langsam über die Rasenflächen ziehen. Die sich daran sammelnden Zecken lassen sich leicht einsammeln und vernichten. Intensiv wird derzeit daran geforscht, natürliche Feinde von Zecken zu finden – Erzwespen, Fadenwürmer, spezielle Pilze – die sich ausbringen lassen und den Zecken zu Leibe rücken, ohne selbst ein neues Problem zu schaffen. Müssen wir abwarten.

Kommentare

eine Antwort auf “Zecken im Rindenmulch”

  1. SchneiderHein
    25. November 2009 um 11:30

    Hallo Karin,
    das ist ja blitzschnell! So schnell schaffe ich es aber nicht meinen Post zu dem Thema auf Wildwuchs zu veröffentlichen. Ich setze mich aber gleich heute Abend dran! Vielen Dank für die Informationen! Leider haben wir aus Unwissenheit Ende der 90er wohl gerade durch den billigen Baumarkt-Mulch alles falsch gemacht…
    Liebe Grüße
    Silke

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