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Tomaten – so klappt es mit der Aussaat

Eingetragen am | 11. März 2009 | 8 Kommentare

Im Sommer, Leute, wird's was geben!

Im Sommer, Leute, wird

Rote Tomaten ess’ ich gern, eigene noch viel lieber! Echte Gaumenfreuden wachsen aber nur im eigenen Garten oder auf dem Balkon, oder? Die stecken richtig voll Sonne und Geschmack, schon weil man hier ganz andere Sorten zieht. Von wegen Anti-Matsch-Tomate! Nix mit Riesen-Tomate ganz fix! Nein, hier kommen die wahren Gourmets auf ihre Kosten, mit liebevoll gehätschelten Super-Saftig-Leckerschmecker-Tomaten. Also, Samen kaufen, aussäen…

Sortenwahl

Im März ist die beste Zeit zur Aussaat. Am Anfang steht die Sortenwahl. Qual der Wahl! Welche soll man denn nur nehmen? Fleisch- oder Kirschtomate? Stab- oder Buschtomate? Alte Sorte oder Neuzüchtung? Reisetomate oder Johannisbeertomate? Eier-, Flaschen- oder Birntomate? Puuuh, ich habe für dieses Jahr mal zu `Caprese´ gegriffen, einer Mini-San-Marzano-Tomate. Mal sehen, ob sie hält, was die Tütenaufschrift verspricht. Für einen guten Wachstumsstart Die Samen von Tomaten keimen nach meiner Erfahrung schneller, wenn man sie vorquellen lässt. Dazu lege ich sie einfach über Nacht in handwarmes Wasser, noch besser: in abgekühlten Kamillentee. Das wirkt vorbeugend gegen Schimmel und Keimlingskrankheiten. Die recht kleinen Tomatenkörner schwemmt es dann auch nicht so leicht weg beim Angießen.

Ab in die Erde

Grundvoraussetzung ist eine hochwertige Anzuchterde, nur diese feinkörnige, lockere und nicht gedüngte Erde bietet optimale Voraussetzungen für einen guten Start. Ich verwende zum Anziehen kleine Torftöpfchen oder Multitopfplatten. Die stelle ich dicht an dicht – so trocknen sie nämlich nicht so schnell aus – in ein Minigewächshaus. Und so geht es: Töpfchen bis knapp unter den Rand locker mit Erde füllen, auf der Tischplatte leicht aufklopfen (damit keine Luftlöcher bleiben) und mit dem Boden eines anderen Töpfchens sanft, Betonung liegt auf sanft, festdrücken.

Auf die Oberfläche kommen die Samen, je 3-5 in jedes Gefäß. Dabei hilft mir eine Pinzette – ich habe da eine aus dem Briefmarkenzubehör von meinem Großvater. Dann stelle ich die Töpfchen eng zusammen und übersiebe alles mit Anzuchterde – nur gerade so viel, bis die Samen zugedeckt sind. Nochmal kommt ein leeres Töpfchen zum Einsatz, wieder drücke ich mit dem Boden alles sanft (!) an. Nie verkehrt- ein Namensschildchen, sonst werden die Nachkommen später vielleicht noch verwechselt.

Feucht und warm

Nun kommt’s. Die Samen brauchen Wasser. Gerade hierbei werden die meisten Fehler gemacht. Man meint es gut, leider aber meistens zu gut. Und gießt, bis alles schön durchnässt ist. Genau das bringt schnell Probleme. Ich sprühe die Töpfchen gründlich ein, mit lauwarmem, entkalktem Wasser. Und zwar nur so lange, bis sich die Erde anfühlt wie ein kräftig ausgedrückter Schwamm. Nicht mehr! Noch ein Tipp: Um Schimmel zu vermeiden, die Aussaaterde dünn mit feinem Sand übersieben. Dann kommen die Töpfchen unter die Haube (die vom Minigewächshaus). Unter der Abdeckung entsteht ein günstiges Treibhausklima, es bleibt schön luftfeucht, die Temperaturunterschiede fallen nicht so krass aus. Warm aufstellen, auf der Fensterbank – bei 20-25 °C. Anfangs muss es auch nicht hell sein, Tomaten sind anders als Basilikum keine Lichtkeimer. Jetzt heißt es warten…

Vom Säuglingsalter in die Pubertät

… aber gar nicht lange! Es ist in aller Regel keine schwere Geburt. Schon nach etwa einer Woche, selten erst nach 20 Tagen, erscheinen die Keimlinge. Sobald das erste Grün herausspitzt, ist Licht vonnöten. Zuerst tragen die Tomatenbabys nur ganz einfach gebaute Blätter, bald entwickeln sich die ersten richtigen Laubblätter. Die Kinderlein wollen behutsam umsorgt sein, dürfen aber nicht verzärtelt werden. Wasser aus der Sprühflasche gibt es nur, wenn die Erde trockener wird als ein ausgedrückter Schwamm, das Gewächshaus innen nicht beschlägt, keine Tropfen am Deckel hängen. Die Kleinen brauchen auch frische Luft, wer will schon ständig in muffiger Atmosphäre stehen. Also auf mit den Klappen in der Minigewächshausabdeckung.

Sobald sie die ersten richtigen Laubblätter zeigen, gibt es Gedrängel im Töpfchen. Dann müssen die Pflänzchen vereinzelt werden – dabei bleibt nur das jeweils stärkste Tomatenkind im Töpfchen, die übrigen werden herausgezupft. Die verbliebenen Halbstarken können dann so richtig zulegen. Und wer es nicht übers Herz bringt, die armen überschüssigen Zöglinge zu entsorgen, der gibt ihnen eben eine neue Kinderstube, pikiert sie. Größere Gefäße mit Anzuchterde füllen, Tomätchen bis zum ersten Blattansatz in die neue Erde stecken. So bilden sie am unteren Stängelabschnitt viele Wurzeln, wachsen dann viel kräftiger und werden richtig standfest. Manchmal sind es gerade diese Tomatenkinder, die sich besonders anstrengen. Bis Mitte Mai – dann geht es ab ins Freie!

Kommentare

8 Antworten auf “Tomaten – so klappt es mit der Aussaat”

  1. Renate
    11. März 2009 um 20:45

    Hah, ich kaufe den Samen nicht, liebe Karin, sondern hole ihn aus frischen Tomaten raus. Trockne ihn und stecke ihn in die Erde. So gemacht auch wieder vor ein paar Tagen. Die ersten Keimlinge stecken bereits die Köpfe raus.

    Lieber Gruß von Renate

  2. Angela
    12. März 2009 um 02:01

    Meine Lieblingssorten sind „Evergreen“ (die nun mal nicht rot ist aber rot schmeckt – fast wie eine Melone), „Berner Rose“, und „Pink Brandywine“.
    Mit der alten Sorte „Froschkönigs Goldkugel“ gab es mal eine lustige Überraschung: Ich gabe einem Bekannten Samen davon und die Frucht war bei ihm rot. Ich bekam von der roten Frucht Samen zurück – und bei mir war sie wieder gelb. Der Geschmack ist geblieben. Kann wahrscheinlich leicht mal passieren, wenn man verschiedene Sorten gemeinsam in einem Häuschen anbaut.

    Tomatige Grüße von Angela
    Am Wochenende kommen meine Tomatensamen in die Erde.

  3. karin
    12. März 2009 um 10:49

    @ Renate: Prima Sache, liebe Renate – und man ist immer wieder gespannt, was dabei rauskommt. Ich habe schon gute, aber auch schlechte Überraschungen dabei erlebt. Trotzdem, einen versuch lohnt es immer.

    @ Angela: Froschkönigs Goldkugel, das klingt wahrlich märchenhaft! Würde ich gerne mal ausprobieren… Sind das Cherry- oder Fleischtomaten (kleine Fröschlein oder große Kröten)?

    Meine ersten Tomaten habe ich letzten Sonntag ausgesät, aber es zeigt sich noch nichts. Gewöhnlich warte ich sowieso mit der Tomatensaat bis Mitte April, da keimen die Samen schneller, wachsen die Sämlinge rascher und kräftiger.
    Geduld, das ist eben auch hier oberste Gärtnertugend.
    Viele Grüße
    Karin

  4. Iris Hirschhorn
    12. März 2009 um 22:52

    Meine Lieblingssorte ist die „Golden Current“, ein Gärtner sagte mir einmal, sie hieße auch wilde Tomate.
    Sie ist eine winzig kleine gelbe, süß schmeckende Tomate mit einer festen Schale. Sie wächst und macht Seitentriebe und fruchtet und braucht nicht ausgegeizt zu werden. Und sie fruchtet und reift bis weit hinein in den Herbst, auch noch nach den ersten leichten Frösten, ist regenbeständig, kriegt keine Braunfäule und sie samt sich sogar selbst aus: auch nach einem strengen Winter keimen und wachsen immer ein paar Pflänzchen irgendwo in meinem Garten. Und auch wenn sie erst im Mai aufgehen: die Golden Current schafft auch als Spätzünder noch eine gute Ernte.

    Liebe Grüße Iris

  5. Doris
    16. März 2009 um 21:49

    Ich habe schon früher mit der Zucht angefangen und meine Pfleglinge auch schon pikiert. Bis jetzt läuft es ganz gut. Ich nehme anstatt der Erde übrigens Seramis (das feinere), weil ich jahrelang immer Probleme mit Schimmel hatte. Dieses Jahr versuche ich eine gelbe Cocktailtomate. Ich hatte mal so eine aus dem Baumarkt, die war genial. Ich hoffe auf ähnlich schmackhafte Erträge. 😉

  6. Angela
    17. März 2009 um 19:36

    Froschkönigs Goldkugel
    Das ist eine goldgelbe, große und sehr aromatische Fleischtomate. Der Ertrag ist nicht so übermäßig hoch, aber dafür schmeckt sie umso besser.
    Liebe Karin, da bringe ich mal ein paar Samen auf den Weg!

  7. Steffie
    25. Juli 2013 um 11:18

    Hallo!

    Ich habe mich vor ein paar Tagen sehr gewundert, als ich eine Tomate aufgeschnitten habe, die in der Sonne gelegen hatte, und die Samen in der Tomate alle gekeimt hatten. Nun stecken die kleinen Pflänzchen bereits in WC-Papier-Rollen mit Erde und stehen in der Sonne. Ich konnte sie einfach nicht wegschmeißen. Aber was muss ich beachten, wenn ich das jetzt, zu dieser Jahreszeit, mache?
    Ich freue mich sehr über Tipps!

    Liebe Grüße
    Steffie, die das erste Mal überraschend zu mehr als 30 Tomatenkeimlingen gekommen ist….

  8. karin
    25. Juli 2013 um 12:49

    Was für ein Spektakel! Soooo viel Nachwuchs, unverhofft.
    Jetzt bleibt nichts, als auf einen laaaaaaangen Sommer und noch längeren Herbst zu hoffen, damit genügend Zeit bleibt, dass die Kleinen auch noch groß werden.
    Man kann probieren, Tomaten auf der warmen fensterbank im Zimmer weiterzu kultivieren, wenn’s draußen zu kalt wird. Manchmal klappt das – wenn nur genügend Licht vorhanden ist.

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