Pflanzenlust-Blog

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Lust auf Unkraut

Eingetragen am | 2. März 2010 | 3 Kommentare

Marmor KindergeburtstagEine weitere Geschichte aus der Serie „Kräuterpädagogen aktiv“: Angela Marmor hat nicht nur Lust auf Unkraut – sie macht auch Lust auf Unkraut. In vielen Kursen erzählt sie begeistert über all die grünen und bunten Wesen, die sich in ihrem riesigen Garten tummeln und über all die herrlichen Pflänzchen, die im schönen Laabertal rund um Mallersdorf-Pfaffenberg wachsen. Die Kräuterpädagogin hat aber noch weitere Leidenschaften. Sie backt mit Hingabe Brot, am liebsten natürlich mit Unkraut. Hier erzählt sie, wie es dazu kam:

Den Anfang mit dem Brotbacken nahm es auf die Weise, dass wir von Franken über München nach Mallersdorf-Pfaffenberg kamen, wo für Brotgourmets nach unserem Verständnis „Wüste“ herrscht. Zwar backen die Klosterschwestern ein gutes Brot, aber das hat eine ganz andere und vor allem weiche Konsistenz – gut, aber nicht nach unserem persönlichen Gusto…
Die Bäcker hatten teils schon mit Backmischungen angefangen und in den verbliebenen, an sich von den Zutaten her guten Broten, suchten wir vergeblich nach dem Geschmack von Brotgewürzen, wie wir es von früher kannten. Weil man nicht 60 km für ein Brot nach seinem Geschmack fährt – schon allein aus Umweltgründen – musste eine andere Lösung her.
So bekam ich von meinem Mann einen Brotbackkurs geschenkt, das war vor ungefähr fünf Jahren. Voller Begeisterung wurde ab da zuhause Sauerteig gerührt und Brot gebacken.
Fast gleichzeitig lernten wir den Maurer Hans aus Kasparzell kennen, der Maurer ist, Maurer heißt und in traditioneller Weise Holzbacköfen baut – und damit war eines klar: So ein Ofen muss unbedingt her! Gleich im nächsten Jahr sollte er entstehen und ein Gewächshaus gleich mit.
Als er endlich fertig war, der Ofen, mussten wir uns noch ein wenig in Geduld üben, ihn langsam an die Hitze gewöhnen, bevor das erste Brot hinein durfte. Die Aufregung war groß – alles war möglich – und es kam keine Holzkohle, sondern leckeres Brot heraus.
Marmor Feuer im HolzofenAb da lernte ich quasi die „höhere Kunst“ des Befeuerns eines Holzbackofens bei jeder Witterung und ohne Waage (für das Holz) und Thermometer. Ich dachte mir, das haben die Leute früher auch aus dem Gefühl heraus beherrscht, also wollte ich bewusst auf diese modernen Hilfsmittel verzichten. Völlig zurecht – braucht man nicht, wenn man es mal raus hat! Außentemperatur, Wind/Sonne/Regen müssen bedacht werden und dann kommen ein bis zwei Scheitel mehr oder weniger rein. Und die Rezeptur wurde seitdem natürlich mehrfach verändert und verbessert. Es werden auch verschiedene Brotsorten gebacken, Flammkuchen, Pizza und selbst Biskuit kam schon aus dem Ofen. Gelegentlich – beim optimalen Timing – wandert das Mittagessen z.B. in Form eines Gratins gleich mit dem Brot hinein und hat dann einen ganz besonderen Geschmack.
Bevor das Brot eingeschossen wird, backe ich manchmal (hauptsächlich im Sommer – und immer bei meinen Kursen) Glut- oder Sengzelten. Das hat ursprünglich zwei Gründe. Zum einen kann man gleich erkennen, ob der Ofen die optimale Temperatur für das Brot hat. Zu heiß – noch nass rauswischen und damit kühlen, das ist kein Problem. Eher schon, wenn es an Hitze fehlt. Noch mal Nachfeuern bringt alles durcheinander – entweder man wartet, bis das neue Feuer zur optimalen Temperatur geführt hat, oder man tut das Brot ohne Nachfeuern rein, lässt es länger drin und backt es im Elektrobackofen für eine gute Krume noch etwas nach. Inzwischen lässt mich das Einheizen vom Backofen regelrecht kalt – die Nasenspitze weiß, wie viel Scheitl Holz heut wieder nötig sind. Nur ein paar Haare hab ich schon öfter an der heißen Tür gelassen, wenn ich mich beim Nachschauen, ob das Feuer passt, zu nah an das Ofenloch begeben habe (da muss ich immer an Hänsel und Gretel denken…). Das ist mir erst letzte Woche wieder passiert, weil man bei den kalten Temperaturen nicht gleich so merkt, wie heiß es vom Ofen weggeht. Hab’s auch erst nicht realisiert, erst als ich mich gewundert habe, was hier so stinkt, aber da war der Pony schon etwas kürzer…
Jeder, der diese Brote probierte und gerne Brotgewürze mag, wollte am liebsten eines haben.
Da der Ofen aber nicht so groß ist, dass man solche Nachfrage stillen kann – außerdem wollte ich nicht zum Bäcker werden – dachte ich: eigentlich ist es besser, ich zeig, wie man es macht und dann kann jeder sein eigenes Brot daheim backen. Der erste Brotbackkurs war „geboren“ und auch gleich ausgebucht. Und so geht es seitdem weiter – man merkt, dass viele Leute wieder Wert auf qualitativ hochwertiges Brot legen und auch bereit sind, dafür selber Hand anzulegen.
Marmor Brennnessel BrotMit der Ausbildung zur Kräuterpädagogin ergab sich eine wunderbare Ergänzung – so gibt es in der grünen Jahreszeit natürlich die Kräuter als Kostproben nicht nur als Aufstrich auf, sondern auch als Zutat im Brot – z.B. Brennnesselbrot – bei meinen Vorträgen und Veranstaltungen.
Grad probier’ ich Sauerteig von unterschiedlichen Getreidearten aus und auch Brote aus alten Getreidearten wie Einkorn oder Kamut. Letzteres mag ich besonders gern.
Ein gedeihliches Miteinander ist dabei mit der HuberMühle (nur 2 km von mir weg) gewachsen, wo ich mein Mehl l (soweit das möglich ist regional) beziehe und dort im kleinen Mühlenladen mit meinen verschiedenen Kräuterpädagogen-Produkten willkommen bin.

Appetit bekommen? Dann melden Sie sich hier:
Angela Marmor
Bonifaz-Stöckl-Str. 7
84066 Mallersdorf-Pfaffenberg
Tel: 08772/915309
Email: a.marmor(at)t-online.de
www.lustaufunkraut.de

Kommentare

3 Antworten auf “Lust auf Unkraut”

  1. Renate
    2. März 2010 um 16:33

    Angelas Brot schmeckt oberköstlich. Ich kam nämlich bereits in den Genuss eines ganzen Laibes. Vielen Dank nochmal, liebe Angela. Und im kommenden Sommer werde ich mir den Nachschub bei dir persönlich abholen … 😉

    Liebe Grüße an dich und Karin – von Renate

  2. Gertraud
    7. März 2010 um 11:36

    Ich bin begeistert von Frau Marmor, allein von dem was hier zu lesen ist. Vor allem deswegen, weil sie meine Leidenschaften teilt. Nur der Weg dahin ist etwas anders….
    Alles Gute für Frau Marmor und DANKE an Frau Greiner für das große Engagement für die Kräuterpädagogen. Es spornt richtig an!
    Liebe Grüße

  3. Angela
    10. März 2010 um 11:43

    Hallo Gertraud – freut mich, dass du meine Leidenschaften teilst! Vielleicht sollten wir uns mal treffen?
    Liebe Kräutergrüße

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