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Bärlauch, ist er’s oder ist er’s nicht?

Eingetragen am | 22. April 2009 | 5 Kommentare

Aus aktuellem Anlaß: Bärlauch sollte man mit absoluter Sicherheit erkennen – dann wird er zum Genuss. Keinesfalls darf man ihn mit Herbstzeitlose, Maiglöckchen oder Aronstab verwechseln. Ich habe Bärlauch schon unmittelbar in Gemeinschaft mit allen diesen giftigen Gewächsen gesehen – deshalb heißt es aufpassen! Am besten jeweils nur einzelne Blätter pflücken, dann erschließen sich die Unterschiede am besten. Hier die Hilfen zum Bestimmen:
Bärlauch:
Er kommt nur in Laubwäldern vor, niemals mitten auf der Wiese oder in Nadelwäldern. Immer stehen viele Pflanzen beieinander, oft flächendeckend. Die Blätter schieben einzeln aus dem Boden, haben einen dreikantigen Stängel und eine markante Mittelrippe auf der Rückseite. Bei frischen Blättern lässt sich die Mittelrippe leicht zerbrechen, dabei knackt es hörbar. Und die Blätter riechen natürlich nach Knoblauch. Doch das ist kein wirklich gutes Erkennungsmerkmal, denn mitten in einem dichten, stark duftenden Bärlauchbestand und wenn man schon einige Blätter geerntet hat, riecht man oft nichts anderes mehr. Da riechen dann alle Blätter nach Bärlauch.

Herbstzeitlose:
Kommt in Wiesen wie auch in Wäldern und leider oft mitten zwischen Bärlauch vor. Trägt schwert- bis zungenförmige Blätter. Stets entspringen mehrere Blätter einem Stängel. Es ist keine hervortretende Mittelrippe erkennbar. Die Herbstzeitlose ist stark giftig.

Maiglöckchen:
Meist entspringen zwei Blätter einem Schaft, der im unteren Bereich häufig eine rötliche bis bräunliche, papierartige Hülle trägt. Der Stängel ist rund. Die Blätter zeigen zwar eine Mittelrippe auf der Rückseite, jedoch lässt sich diese nicht knicken oder brechen, die Blätter biegen sich vielmehr elastisch um. Gewöhnlich erscheinen Maiglöckchenblätter später als Bärlauch, schieben sich tütenförmig eingerollt aus der Erde. Trotzdem sind sie mit Nachzüglern unter den Bärlauchblättern zu verwechseln. Maiglöckchen sind stark giftig.

Aronstab:
Aus dem Boden sprießen die Blätter eingerollt wie Spieße, sie entfalten sich dann zu pfeilförmigen Blättern, die unten in zwei zungenförmige Abschnitte auslaufen (Schwalbenschwänze). Die Blattadern bilden ein netzförmiges Muster, es gibt keine markante Mittelrippe von der Basis bis zur Spitze. Aronstab ist giftig.

Kommentare

5 Antworten auf “Bärlauch, ist er’s oder ist er’s nicht?”

  1. Barbara
    22. April 2009 um 12:20

    Danke für diese leerreiche Zusammenstellung.

    Ich habe bei meinem Spaziergang mit Bärlauch-Sammeln alle drei Doppelgänger gesehen, man muss da echt aufpassen!

  2. Iris Hirschhorn
    22. April 2009 um 20:22

    Danke Karin, für diese große und sehr anschauliche Hilfe!!
    Wirklich eine Bitte an alle, die Bärlauch sammeln: genau hinschauen!!
    Vielleicht sogar noch der Hinweis, dass man auch bei gekauftem (!) Bärlauch die Blätter nochmal durchschauen sollte: Wenn der Bärlauch aus Wildsammlung stammen sollte, können auch darin die giftigen Doppelgänger zu finden sein!

    Herzliche Grüße
    Iris

  3. karin
    24. April 2009 um 09:31

    Eure Berichte beweisen, dass man sich eben gut auskennen sollte, bevor man sammelt. Und stets mit Bedacht pflücken…

    Trotzdem, oder gerade deshalb, wünsche ich allen genussreiche Bärlauchzeit
    Karin

  4. Angela
    27. April 2009 um 13:46

    Ein Gutes hat das Ganze wenigstens (hoffentlich): Es gehen ein paar weniger Leute auf den Bärlauch los. Und für die, die sich auskennen, ist das ja wie bei den Schwammerln -man isst nur, was man sicher kennt, und dazu muss man eben genau hinschauen…
    Angela

  5. Renate
    10. Mai 2009 um 15:10

    Hallo Karin, danke für den interessanten Bericht! Auf unserem Kochlustblog hab ich auch was dazu geschrieben, weil momentan die Maiglöckchen sprießen.
    Lieber Gruß von Renate

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